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Serbien will Cannabis zu medizinischen Zwecken legalisieren

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Belgrad – Wie serbische Medien berichteten, gibt es von Seiten der Regierung Pläne für eine Cannabis-Legalisierung zum medizinischen Gebrauch. Gesundheitsministerin Slavica Djukic-Dejanovic betonte jedoch, dass die Legalisierung von Cannabis für medizinische Zwecke keinesfalls eine Legalisierung von Drogen bedeute.

Serbien - schrittweise in Richtung Legalisierung? Photo: CC-License by Steve Conover

Serbien – schrittweise in Richtung Legalisierung? Photo: CC-License by Steve Conover

Wie die Focus Information Agency gestern meldete, gab das serbische Gesundheitsministerium selbst die Nachricht über die Medienagentur Sat 24 heraus. Die Gesundheitsministerin merkte an: „Jede Substanz kann sowohl Gift als auch Medizin sein“. Eine Legalisierung für den medizinischen Gebrauch sei keine generelle Drogenlegalisierung.

Durch die Legalisierung verspricht sich Dukic-Dejanovic eine bessere Behandlung der Patienten. „Das gibt den Ärzten die Möglichkeit, die genaue Dosis zu ermitteln, die ein Patient braucht“, so Dukic-Dejanovic.

Zudem wurde die erste „Medical Marijuana Association“ von Bürgern aus Belgrad, Novi Sad undKragujevac gegründet. Die Mitglieder lassen verlauten, dass internationale Studien bewiesen haben, dass Cannabis das Wachstum von Hirntumoren stoppen und die Verbreitung von Metastasen in der Lunge verhindern kann.

Diese Nachricht wurde über diverse, serbische und internationale Medien verbreitet.

Kommentar:

Insgesamt eine erfreuliche Entwicklung. Denn auch wenn die serbische Gesundheitsministerin mit ihrem „Gift oder Medizin-Statement“ nicht ganz ins schwarze getroffen hat, denn ich würde sagen eine Substanz kann immer Genussmittel, Medizin oder Rauschmittel sein, ist sie unseren GroKo-Politikern weit voraus. Ich bin gespannt auf das genaue Modell, dass sich Serbien einfallen lässt. Die dortige Regierung ist aufgrund des Krieges ja noch jung und sicher unverkrusteter als hierzulande. Jedes weitere Modell in Europa ist begrüßenswert. Mein Wunsch wäre, dass sich das beste dann europaweit durchsetzen wird.

Wie ihr seht, nehme ich die Berichterstattung hier wieder auf und hoffe, hier wieder so regelmäßig und umfangreich wie vor einigen Monaten zu berichten. Ich würde mich freuen, wenn meine alten und neuen Leser eifrig kommentieren.

Kurzmeldung: Tschechien will ab 2014 Medizinalhanf anbauen

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Nachdem Tschechien schon 2010 die liberalste Drogengesetzgebung Europas eingeführt hat, beschloss das tschechische Abgeordnetenhaus im Dezember 2012 ein Gesetz, dass die Versorgung von Patienten mit pflanzlichem Cannabis vorsieht. Die Ratifizierung gilt als reine Formsache.

Tschechien - Freiheit und Vernunft - Photo by wht_wolf9653 (CC-Lizenz)

Tschechien – Freiheit und Vernunft – Photo by wht_wolf9653 (CC-Lizenz)

Wie das Hanfjournal soeben meldet, hat das tschechische Abgeordnetenhaus mit 126 zu 200 Stimmen ein Gesetz zur Versorgung von Patienten mit medizinischem Cannabis beschlossen. Dieses muss nun noch vom Senat verabschiedet und vom Präsidenten unterschrieben werden, was jedoch als Formsache gilt.

Auslöser war eine „Petition für medizinisches Cannabis“ die von allen Teilen der Bevölkerung unterstützt wurde. Als zeitnahe Lösung soll zunächst Medizinalhanf aus den Niederlanden und Israel importiert werden, bis ein staatliches System zum Anbau im Inland etabliert ist.

Unsere osteuropäischen Nachbarn zeigen uns also wie es auch gehen kann. Vielleicht hatte Rumsfeld damals doch nicht ganz unrecht als er von Old-Europe und New-Europe sprach, auch wenn er dabei natürlich an etwas völlig anderes dachte. Ein Blick gen Osten täte unseren Politiker auch sehr gut. Dort scheinen die Fronten nicht so verhärtet wie bei uns und der Weg für eine vernunftbasierte Drogenpolitik leichter möglich. Ob dabei die Erfahrungen aus sozialistischer Diktatur und der damit einhergehenden Bevormundung in der Mentalität dieses Volkes etwas verändert hat? Jedenfalls meint man dort nicht, sich sklavisch an UN-Verträge aus den 60er Jahren halten zu müssen. Ein wenig Emanzipation dieser Art könnte sich Deutschland erst Recht leisten.

OVG Münster erlaubt Schwerkranken Cannabisanbau

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Unter bestimmten Bedingungen, hat das Oberverwaltungsgericht Münster in einer Entscheidung vom 07.Dezember, die heute veröffentlicht wurde, Patienten den Eigenanbau von Cannabis erlaubt. Bisher wurden solche Anträge auf Anweisung des Bundesgesundheitsministeriums grundsätzlich abgelehnt. Das Gericht erklärte diese Praxis nun für rechtswidrig.

Durch die interne Diskussion wird diese Meldung hier eine Kurzmeldung bleiben. Der DHV hat auf seiner Seite einen ausführlichen Artikel, den Maximilian Plenert geschrieben hat. Der Artikel stützt sich auf eine Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (ACM) vom 20. Dezember 2012. Dort ist Dr. Franjo Grotenhermen ja sehr engagiert.

Dieses Blog legt den Fokus ja auf Hintergründe und auf bessere Berichterstattung zu drogenpolitischen Themen. Wenn diese Themen jedoch bereits ausführlich behandelt werden, verweist Antonio Peris Buchbinderwerkstatt nur darauf.

Hier der Link zum Artikel des DHV.

Einen kleinen Kommentar dazu gibt’s dann aber doch: Man darf abwarten und gespannt sein, ob sich deshalb in der Praxis wirklich etwas ändert. Die Bedingungen sind so eng gesteckt. Es kann sein, dass dem einfach eine verstärkte Kostenübernahme durch die Krankenkassen für cannabinoidhaltige Medikamente folgt. Die Pharmaindustrie hätte bestimmt Interesse daran. Die Erlaubnis, gilt nämlich nur dann, wenn die Kosten nicht von einer Krankenkasse übernommen werden. Auf welche Art die Bundesopiumstelle in der Praxis weiterhin Einfluss auf das BfArM nimmt, das die Genehmigungen (bisher nicht) erteilt, bleibt abzuwarten.

Auch ist das Urteil noch nicht rechtskräftig.

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