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Operation Weedstorm #2

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Einladungen zum Weedstorm #2 in D/A/CH

Einladungen zum Weedstorm #2 in D/A/CH

Auch wenn es bisher kein Medienecho gab, hatten die letzten Operation Weedstorm-Aktionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz viele, sehr engagierte Teilnehmer.  Ein wenig unkoordiniert ging es bisher zu, bei den Spam-Aktionen auf großen Parteiseiten bei Facebook. Die zweite Operation Weedstorm scheint nun besser koordiniert zu sein. Zumindest findet sie nun in allen drei Ländern beinahe zeitgleich statt.

Operation Weedstorm Deutschland

Operation Weedstorm Deutschland

Nach den lezten, umfangreichen Spam-Aktionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, sind bei einigen noch die Kommentarfunktionen ihres Accounts gesperrt. Nun heißt es ausruhen und klug für den 13.01.2013 vorplanen. Den Anfang machen die Deutschen, hier geht es um 18 Uhr darum, auf den Seiten von CDU, CSU, SPD, FDP und Bündnis90/DieGrünen folgende Sätze zu hinterlassen:

„Dank des Verbots bleiben nicht etwa Millionen von Menschen nüchtern, sondern werden ‚bestenfalls‘ dem vergleichsweise schädlicheren Alkohol zugetrieben.“

„Mechthild Dyckmans Drogenpoltik schadet uns allen. Die Milliardenausgaben für die Verfolgung sogenannter Drogendelikte bewirken Schäden in Milliardenhöhe da sie einen beträchtlichen Teil der Kriminalität in Deutschland erst hervorbringen. Außerdem verursacht diese Politik unnötige Kosten im Gesundheitssystem und gefährdet Kinder und Jugendliche durch einen frei zugänglichen Schwarzmarkt!“

„Das Thema ist nicht Cannabis. Wenn Leute nur kiffen wollten, würden sie’s tun und wären zufrieden. Es geht hier um Gemeingefährdung, insbesondere Jugendgefährdung, Marktverzerrung zugunsten des Alkohols, um verdeckte Kriminalitätsförderung durch den Staat, um die Verschwendung von Milliarden und um die millionenfache Diskriminierung und Verfolgung Unschuldiger!“

„Ich konsumiere nicht und verlange trotzdem, dass die Politik aufhört, unschuldige Menschen durch die Drogenprohibition verfassungswidrig zu diskriminieren und zu verfolgen und dabei volkswirtschaftliche Kosten und Schäden in Milliardenhöhe zu verursachen. Graue Zellen leiden übrigens beim Alkoholkonsum und nicht beim Kiffen, mal ganz abgesehen davon, dass das Verbot keinen Schaden abwendet sondern lediglich den Markt zugunsten des schädlicheren Alkohols verzerrt und das Kriminalitätsniveau insgesamt anhebt, indem es Kriminellen erst den Großteil ihrer Einnahmen und Strukturen ermöglicht.“

„Legalisiert den Besitz, den Gebrauch und den Anbau von Cannabis für den Eigengebrauch!“

Man darf natürlich auch frei kommentieren.

Ein weiterer Ansatz in Deutschland, ist noch der Angriff der Facebook-Seiten der Direktkandidaten in den Wahlkreisen. Diese Abgeordneten und/oder Kandidaten, haben meist nur einen Mitarbeiter im Wahlkreisbüro – und das oft nicht einmal in Vollzeit-Beschäftigung. Admis im 24-Stunden-Dienst wie die großen Partei-Seiten, haben diese Leute nicht. Ein Angriff derer Seiten wäre erfolgversprechend. Da gäbe es sicher viele, bei denen man dann über nichts anderes als Cannabis und Drogenpolitik mehr lesen könnte.

Anderer Ansatz in Österreich

In Österreich startet der Weedstorm #2 wie zwei Stunden später um 20 Uhr und ko nzentriert sich diesmal auf die Presse, die nicht über den letzten Weedstorm auf den dortigen Parteiseiten berichtet hat. Die Aktion soll zugleich ein Protest gegen falsche und tendenziöse Berichterstattung sein. Er richtet sich gegen die folgenden Medien:

https://www.facebook.com/oe3

#OP Weedstorm #2 Austria

#OP Weedstorm #2 Austria

https://www.facebook.com/puls4
https://www.facebook.com/ATV.at
https://www.facebook.com/BessereUnterhaltung
https://www.facebook.com/kronehit
https://www.facebook.com/derStandardat
https://www.facebook.com/www.KURIER.at
https://www.facebook.com/kleinestmk
https://www.facebook.com/salzburger.nachrichten

Folgender Satz soll an die Facebook-Seiten dieser Zeitungen und anderen Medien gesandt werden:

„Ich fordere Sie hiermit höflich auf, endlich über das Thema Cannabis-Entkriminalisierung zu berichten. Der Krieg gegen Drogen ist gescheitert.“

Wünschen wir den Österreichern Glück. Ähnliches wurde in Deutschland ja auch bereits diskutiert. Hier beschränkt man sich ja auch auf die Parteien, die nichts für die Legalisierung tun oder unglaubwürdig sind: Also CDU, SPD, FDP und als Verräter die Grünen. Piraten und Linke sind ausgenommen vom deutschen Weedstorm. In Österreich waren die Piraten bereits vor dem letzten Weedstorm informiert und baten darum, falls man an der Operation Weedstorm teilnehmen würde, doch erstmal ihre Ansätze zur Drogenpolitik zu lesen, bevor man sie zuspammen würde. Da hat sich aber keiner die Mühe gemacht in Österreich. Bis heute werden auch die Piraten gnadenlos mit den Sätzen geflutet. Die rechtsradidakelen östereichischen Parteien wie HC/Stronach, sind am schnellsten damit User zu sperren, aber die anderen löschen die Kommentare mitllerweile auch beinahe zeitgleich mit dem posten. Wer dann mit zu hoher Frequenz spammt, bekommt die Kommentarfunktion von Facebook für 2 Tage gesperrt.

Legt Euch also bitte Zweit- und Dritt-Accounts zu. Das ist vor allem an diejenigen Aktivisten gerichtet, die in allen drei Ländern aktiv werden wollen. Bei manchen Parteien hilft auch, diese erstmal zu liken.

Nachholbedarf in der Schweiz.

Hanflegal Switzerland WEEDSTORM #2

Hanflegal Switzerland WEEDSTORM #2

Die Aktion in der Schweiz soll laut Facebook um 0:00 Uhr stattfinden. Ob das so bleibt, habe ich nochmal nachgefragt. Eine solche Uhrzeit hat natürlich manche Vorteile (Admins evtl. nicht da), aber auch Nachteile. Einige die sonst posten würden, sind bereits im Bett. Also überlegt Euch das nochmal mit der Uhrzeit in der Schweiz. Um einmal eine Vorstellung der Vielfalt der Parteiseiten in der Schweiz zu vermitteln: Dies ist die Liste, die man in der Schweiz als Legalisierungs-Spammer abzuarbeiten hat:
http://www.facebook.com/pages/SVP-Kanton-Bern/204146206284247
http://www.facebook.com/svp.udc
http://www.facebook.com/svpkantonluzern
http://www.facebook.com/pages/Junge-SVP-Aargau/117908548246954
http://www.facebook.com/pages/Junge-SVP-Biel-Seeland-official/269593286435792
http://www.facebook.com/JungeSVP?fref=pb
http://www.facebook.com/JSVPWinterthur?fref=pb
http://www.facebook.com/pages/Junge-SVP-Biel-Seeland-official/269593286435792?fref=pb
http://www.facebook.com/pages/Junge-SVP-Schweiz/153100508070854?fref=pb
http://www.facebook.com/pages/Junge-SVP-Aargau/117908548246954?fref=pb
http://www.facebook.com/pages/JSVP-Graub%C3%BCnden/284572644918732?fref=pb
http://www.facebook.com/jsvptg?fref=pb
http://www.facebook.com/pages/Junge-SVP-Nidwalden/134567266581791?fref=pb
http://www.facebook.com/SVP78?ref=ts&fref=ts
http://www.facebook.com/JungeSVP?ref=ts&fref=ts
http://www.facebook.com/pages/SVP-Kanton-Zug/100293626752432
http://www.facebook.com/svptg
http://www.facebook.com/jsvptg
http://www.facebook.com/jsvpow?ref=stream

Die Auswahl der Sätze auf der schweizer Seite, ist noch immer 1:1 dieselbe, wie die in Deutschland, inkl. Mechthild Dyckmans. Professionalität sieht anders aus. Nehmt doch endlich den Satz mit Mechthild Dyckmans raus. Den kann man doch ganz einfach auf Eure Verhältnisse umändern. Ihr habt doch auch genug spezifische Aufhänger. Schaut mal auf die Seiten des schweizer Bundesamtes für Gesundheit.

Es wäre auch hilfreich, wenn dieser Artikel viel über Facebook und Twitter geteilt wird.

Weedstorm: Nun auch in der Schweiz

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Der Weedstorm tobt über die Facebook-Seiten der Parteien im deutschsprachigen Europa. Nachdem in Deutschland und Österreich am vergangen Wochenende bereits viel passiert ist, ziehen die Schweizer nun nach.

Hanflegal Switzerland

Hanflegal Switzerland

Auch wenn es noch kein besonderes Medienecho gegeben hat, war die Aktion in Deutschland und Österreich ein Erfolg. Bis Montagmittag hatte es die Parteien kalt erwischt. Danach schrieben viele: „Ich kann gar nicht so schnell posten, wie meine Beiträge gelöscht werden“. Scheinbar hatten die Admins Sonderschichten eingelegt, und waren mit nichts anderem mehr beschäftigt.

Dazu kam, dass allzu eifrige Spammer von Facebook selbst für zwei Tage die Kommentar-Funktion gesperrt wurde. Stefan Seiler schreibt auf Hanflegal Switzerland:  „Vorsicht bei Flashmobs ich hatte gerade das Problem ich darf nix mehr bei anderen posten die Funktion wurde für zwei Tage gesperrt. Das kann passieren wenn Ihr in kurzer Zeit extrem viel postet. Aber egal ich hab jetzt einen zweiten Account für die zwei Tage zum posten. Weiter geht‘s.“

Facebook-Sperre - Für größere Ansicht klicken

Facebook-Sperre – Für größere Ansicht klicken

Generell haben die Schweizer es ein wenig schwerer. Sie haben die Aktion wirklich 1:1 adaptiert und bei den Auswahlsätzen sogar noch den Satz: „Mechthild Dyckmans Drogenpoltik schadet uns allen. Die Milliardenausgaben für die Verfolgung sogenannter Drogendelikte bewirken Schäden in Milliardenhöhe da sie einen beträchtlichen Teil der Kriminalität in Deutschland erst hervorbringen. Außerdem verursacht diese Politik unnötige Kosten im Gesundheitssystem und gefährdet Kinder und Jugendliche durch einen frei zugänglichen Schwarzmarkt!“ Zudem haben sie weitaus mehr Parteien auf der Liste als die Österreicher und die Deutschen.

Ich habe sie darauf aufmerksam gemacht, das Mechthild Dyckmans nun nicht die Drogenbeauftragte in der Schweiz ist. Sowas ist natürlich peinlich und zeigt die Spontanität der Aktion, allerdings ist bis zum 13. Januar ja noch genug Zeit für genauere Planung.

Trotzdem wünsche ich auch den Schweizern viel Erfolg, auch wenn diese in 2013 kein relevantes Wahljahr haben, bleibt die Schweiz natürlich interessant, da sie kein EU-Mitglied ist, und dort nationale Lösungen leichter zu erreichen sind, als im sonstigen Europa. Allerdings schmälert das natürlich auch die Relevanz der dortigen Gesetze. Immerhin waren die Schweizer beim Thema Hanf mal vorne mit dabei – das konnte aber auch ganz schnell wieder geändert werden.

Meine schweizer Leser und alle Interessierten finden hier die Schweizer Facebook-Seite zur Aktion.

Operation Weedstorm

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Ein besonderes Lüftchen weht den etablierten Parteien in Deutschland in diesen Tagen auf ihren Facebook-Seiten entgegen. Ihre Seiten werden, neben weiteren Statements zur Legalisierung, mit folgendem Satz zugespammt: „Legalisiert den Besitz, den Gebrauch und den Anbau von Cannabis für den Eigengebrauch.“  Die Aktion wurde erstmals am 30.12.2012 durchgeführt und gestern wiederholt. Die nächste Aktion ist für den 13. Januar geplant. Und sie zieht Nachahmer an. Auch in Österreich tobt bereits der Weedstorm.

Hanffreunde wehrt EuchZunächst fand ich es ein wenig kindisch, Facebook-Seiten der CDU, SPD, Bündnis90/Die Grünen und der FDP mit o.g. Satz (es gibt auch eine Auswahl anderer Sätze und man darf natürlich auch frei kommentieren), zuzuspammen. Aber heute war auch ich einer der vielen Spammer, die die Parteiseiten prall gefüllt haben, so dass ein einsamer Verirrter auf der FDP-Seite dazwischen fragte: „Gibt es hier eigentlich auch Empfehlungen, die nichts mit Drogen zu tun haben?“.

Ich bin eigentlich ein Freund einer vernünftigen Debatte. Jedoch prallt seit Jahren an den wechselnden Bundesdrogenbeauftragten der CDU und der SPD jedes noch so moderate und vernünftige Argument ab. Zudem findet am 17.01.2013 die Debatte und Abstimmung über Cannabisclubs aufgrund des Antrages der Linken statt. Schon daher ist es wichtig, das Thema auf der Agenda zu halten. Die Linke wurde nicht Opfer der Aktion. Die Piratenpartei auch nicht. Diese Parteien haben momentan wohl die fortschrittlichsten Ansätze zur Drogenpolitik und die Linke, schreibt das nicht nur, wie die Piraten, in parteiinterne Papiere und Wahlprogramme, sondern tut etwas. Die braucht man also nicht an das Thema erinnern. Anders die Grünen – die sind für die Legalisierungsbewegung in etwa dass, was die Sozialdemokraten für das untere Drittel der Bevölkerung sind: Verräter. Sie hatten bereits die Chance umzusetzen, was im Bezug auf Cannabis in ihrem Parteiprogramm steht. Sie haben diese Chance nicht genutzt – im Gegenteil. Unter grüner Regierungsbeteiligung kam dann sogar noch das Samenverbot als finaler Schritt der totalen Cannabis-Prohibition hinzu. In Deutschland muss man eben alles ganz perfekt machen. Da eine Debatte auf Augenhöhe also nicht möglich ist, und die Befürworter einer vernunftbasierten und humanen Drogenpolitik bisher nie ernstgenommen wurden, hat diese Aktion ihre Berechtigung.

Gerade im Wahljahr 2013 darf das Thema Cannabis-Legalisierung und eine andere Drogenpolitik nicht verschwinden, sondern muss massiv in die Öffentlichkeit getragen werden. Positive Berichte zum Film „Breaking the Taboo“, der auch in den deutschen Massenmedien, sogar in der konservativen FAZ, zu Artikeln geführt hat, die eine deutlich andere Sprache sprechen, als die gebetsmühlenhaften Wiederholungen der immer gleichen, falschen, Argumente einer Mechthild Dyckmans, machen deutlich, dass nun die Chance da ist, nach Jahrzehnten endlich etwas zu bewegen.

weedstorm austriaDas betrifft nicht nur Deutschland. Auch in Österreich ist 2013 ein Wahljahr. Dort wird der Nationalrat (vergleichbar mit dem Bundestag) gewählt. Und dort gibt es die Initiative Wahl 13, die es sich zum Ziel gemacht hat, die Cannabis-Legalisierung in den Wahlkampf zu tragen. Auch diese hat die Operation Weedstorm adaptiert und führt sie heute am 06.01.2013 um 20:00 durch. Meine österreichischen Leser haben also noch die Möglichkeit teilzunehmen.

Die diesjährige Hanfparade steht unter dem Motto: Meine Wahl – Hanf legal! Als politischer Mensch ist das natürlich mein Motto und dieses Jahr wird ein Jahr des Kampfes – nicht nur des Wahlkampfes – sondern auch des verstärkten Kampfes für die Legalisierung. Wenn dafür neue, ungewöhnliche Schritte nötig sind, müssen wir auch diese gehen.

Hier findet ihr die Facebook-Seite der Urheber der Aktion und alle nötigen Infos und Termine. Die Aktion, sowohl die deutsche wie die österreichische, und auch diesen Artikel auf Facebook zu teilen versteht sich von selbst.

In Colorado eröffnet der erste Coffeeshop

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Am 01.12.2013 soll im US-Bundesstaat Colorado der erste Coffeeshop eröffnen. Dies verspricht der  Inhaber Paul Lovato. Das einfallsreiche Geschäftskonzept ist neu, bestechend einfach und gesetzeskonform. Offiziell will Lovato nämlich nur Kaffee verkaufen.

Twitter White Horse Inn

Twitter-Seite des White Horse Inn

Amendment 64 ist der Name der Volksabstimmung, die zur Legalisierung von Cannabis im Bundesstaat Colorado geführt hat. Die „totale“ Legalisierung, die hier so bejubelt wurde, ist dann jedoch nicht so total, wie wir das in Deutschland zunächst gedacht haben. Der ofizielle Verkauf von Cannabis bleibt nämlich verboten. Daher hat sich in den USA auch der ganze anfängliche Hype um die Ideen nach Colorado umzusiedeln um dort vom „grünen-Goldrausch“ zu profitieren schnell wieder gelegt. Nur einige überzeugte Idealisten blieben übrig. Einer davon ist Paul Lovato.

Der Verkauf ist also nicht durch Amendment 64 gestattet. Also nichts mit Coffeeshops in Colorado und einer blühenden Hanfindustrie? „Doch“, meint Lovato, denn es gibt Möglichkeiten, diese Regelung geschickt zu umgehen. Eine davon hat sich der Inhaber des White Horse Inn in Del Norte, Colorado, ausgedacht.  Am 01. Januar 2013 möchte er das White Horse Inn als „the first recreational hash bar and cannabis coffee shop“ eröffnen. Verkaufen möchte er offiziell allerdings nur Kaffeespezialitäten – für 10 – 20 $ pro Tasse – dazu gibt es dann immer ein Gramm Marihuana oder ein cannabishaltiges Lebensmittel. Teilen oder Weitergabe von Cannabis ist nach den neuen Gesetzen des Bundesstaates nämlich legal – im Gegensatz zum Verkauf.

Lovato glaubt daran, dass seine Geschäftsidee funktionieren wird. Zu den Öffnungszeiten ist offiziell noch nichts bekannt. Wer die USA kennt weiß, dass der Verkauf von Alkohol dort, auch bezüglich der Verkaufszeiten und Orte, streng reglementiert ist. In Colorado ist zu vergleichbaren Regelungen für Cannabis noch nichts durchgesickert. Wie Antonio Peris Buchbinderwerkstatt berichtete, ist das kleine Washington dem großen Colorado in der Gesetzgebung einen knappen Monat voraus. Paul Lovato plant bislang Öffnungszeiten von 7 – 19 Uhr an 7 Tagen in der Woche. Diese Öffnungszeiten sollen eine gute Versorgung der Kunden sicherstellen. Neben dem Verkauf für den rekreativen Konsum zur Entspannung, möchte das White Horse Inn nämlich auch Anlaufstelle für Patienten sein, die Marihuana aus medizinischen Gründen benötigen.

Paul Lovatos Twitter-Account zeigt, dass er gut aufgestellt ist, um im Bereich des medizinischen Marihuana  erfolgreich zu sein. So wie es bisher aussieht, werden es nicht die großen Firmen sein, die die Cannabis-Industrie beherrschen. Leute wie Lovato, die bereit sind hohe Risiken zu tragen und trotz der gesetzlichen Unsicherheiten zu agieren, werden sich etablieren und einen Markennamen aufbauen.

Dafür braucht es eine gehörige Portion Idealismus und keine pure Marktstrategie mit dem Blick allein auf die Dollars.  Paul Lovato fasst es in einem signifikanten Satz zusammen:  „Wir kennen die Risiken und die Vorteile, aber wir haben die Möglichkeit mit Cannabis zu arbeiten: Mit den Patienten und Freizeitkonsumenten, den Growern und der alternativen Kultur, die damit einhergeht. Das ist es wert – auch wenn ich damit keine 10 Cent Gewinn mache.“

Die Buchbinderwerkstatt wird den Weg von Paul Lovato und dem White Horse Inn weiter verfolgen und berichten. Es bleibt spannend – gerade im Bezug auf das Verhalten der Bundesbehörden in den USA, die den Plan für Colorados ersten Coffeeshop noch vereiteln könnten. Wer sich direkt informieren möchte, kann dies auch auf der Facebook-Seite des White Horse Inn.

Frohe Weihnachten und ein kleiner Jahresrückblick

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Allen Freunden, Kommentatoren, Followern, Facebook-Likern und interessierten Lesern wünsche ich ruhige und friedliche Weihnachtstage. Zeit mal die Seele baumeln zu lassen, sich Zeit für seine Lieben, sich selbst und seine Gedanken und Bedürfnisse nehmen. Und dann ganz nebenbei vielleicht zu neuen Einsichten kommen. Vielen Dank an alle, die mir durch ihr Interesse in den ersten drei Monaten, seitdem ich dieses Blog ernsthaft betreibe, gezeigt haben, das Antonio Peris Buchbinderwerkstatt benötigt wird und auf einem guten Weg ist. Nun lasst uns gemeinsam wachsen.

Weihnachten APB

Trippy Christmas (CC-Lizenz)

Ich kann kaum glauben, dass erst im Oktober der erste „echte“ Artikel auf Antonio Peris Buchbinderwerkstatt, online gegangen ist. Das Design war noch später erst richtig fertig. Die Facebook und Twitter-Verknüpfungen folgten erst im letzten Monat.

Seit dem Sommer bin ich Autor bei KeinWietpas! – zu diesem Zweck brauchte ich einen WordPress-Account. Da man dann auch gleich ein eigenes Blog anmelden kann, machte ich das proforma einfach. Ich richtete es nicht wirklich ein, schrieb den ersten „Artikel“, in dem ich erklärte, das Blog sei noch „under construction“.

Während der Arbeit für KeinWietpas, kam man dann doch häufiger weg von der Situation in den Niederlanden und hin zu Deutschland und anderen Ländern. Gerade auch, weil sich in diesem Jahr so vieles in anderen Ländern (USA, Uruguay u.a.) positiv in Richtung Legalisierung von Cannabis und Umdenken in der Drogenpolitik getan hat.

Damit waren auch schon die ersten Artikel geschrieben, und das Interesse wuchs langsam. Den ersten Boom erlebte die Buchbinderwerkstatt dann beim Artikel über die Abstimmung im Bundestag, der 322 mal via Facebook geteilt, und 1700 Mal gelesen wurde. Die Abstimmung wurde dann ja leider verschoben. Antonio Peris Buchbinderwerkstatt wird am 17.01.2013 natürlich berichten, wie die Debatte und die Abstimmung verlaufen ist.

Dann zuletzt die große Diskussion über die Spendenbereitschaft, die dann sogar in Überlegungen mündete, evtl. eine Stiftung nach Vorbild von, oder in Zusammenarbeit mit NORML zu gründen. Das hat den DHV ganz schön aufgescheucht. An dieser Stelle nochmal mein herzlichster Dank an Georg Wurth, der sich die Zeit genommen hat, an einem Tag 15 Mal hier zu kommentieren. Ganz besonders denke ich auch an Maximilian Plenert (auch DHV und Akzept.ev), dessen etwas zu früh geborenes Töchterchen heute ihr erstes Weihnachten erlebt. Und mein größter Dank gilt natürlich mobo für seine Inspiration, hanfgleichstellen für seine Ideenfülle, Marcel für seine Tatkraft und natürlich allen, die hier so engagiert, kompetent und ehrlich bereit sind für neue Ideen und ernsthafte, politische Diskussionen. Ich hoffe Antonio Peris Buchbinderwerkstatt – Das Blog zur Drogenpolitik, wird im kommenden Jahr noch professioneller, größer, aktueller und spannender, ohne dabei die Zeit für hintergründige oder provokative Diskussionen zu verlieren. Ich freu mich drauf.

Vielen Dank sagt, und frohe Weihnachten Euren Lieben und Euch wünscht

Euer

Antonio Peri

Umfrage zur Spendenkultur: Was wir von den USA lernen müssen

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Wir bejubeln die professionelle, von Erfolg gekrönte, Lobbyarbeit in den USA, die zu nie für möglich gehaltenen, erdrutschartigen Durchbrüchen für die Legalisierungsbewegung geführt hat. Was wir dabei gerne übersehen ist, wie viel Arbeit und vor allem Geld dahinter steckt, das die Kampagnen im Vorfeld der Volksabstimmungen erst ermöglicht hat.

Money

Macht den Weg frei – auch für die Legalisierung! (CC-Lizenz)

Die private Spendenkultur in den USA ist sehr viel ausgeprägter als hierzulande. Charity ist in den USA, vom Mittelstand bis zu den Superreichen und Stars, ein fester Bestandteil des Lebens. So egoistisch man dort im Bezug auf allgemeine, staatliche Sicherungssysteme für alle ist, so großzügig ist man gleichzeitig bei der freiwilligen Unterstützung sozialer oder politischer Engagements. Davon hat NORML profitiert. Ohne die verbreitete Spendenkultur wäre keine Kampagne möglich gewesen. NORML hatte und hat Millionen Dollar zur Verfügung um TV-Werbespots, Lobbyarbeit und professionelle Kampagnen durchzuführen.

Das sieht in Deutschland anders aus. Der DHV (andere Initiativen sind dem Mainstream und sogar den meisten Legalisierungs-Aktivisten nicht einmal bekannt) hat im Jahr etwa 80.000 € zur Verfügung. Damit kann man nicht viel erreichen. So banal es klingt – aber Lobbyarbeit (egal wie man sie betreibt) hat vor allem mit dem eingesetzten Geld zu tun.

Bei geschätzten 4 Millionen Kiffern in Deutschland käme man sehr schnell auf 40 Millionen €, wenn jeder Kiffer nur 10€ pro Jahr spenden würde. Das hieße Verzicht auf 1 Gramm Gras pro Jahr zu Gunsten der Lobbyarbeit. Man sollte meinen, das Ziel eines angstfreien, qualitativ gesicherten Konsums wäre das wert. Eine Situation, wo man sich nicht mehr täglich fürchten muß, dass die eigene Existenz vernichtet wird, der Führerschein weg ist, oder man gesundheitlichen Schaden durch Streckmittel erleidet. Ein bisschen Geld für eine große Sache. Aber bislang sieht man, dass (mit dem Portemonaie abgestimmt) all das wohl, in der Gemeinde der Cannabiskonsumenten, keinen großen Stellenwert hat. Der DHV muss ja auch nicht die einzige Option sein. Ich bin durchaus offen dafür eine Organisation (am besten als Stiftung oder gemeinnützigen Verein und nicht als Firma – wie der DHV – ein großes Manko, da die Spenden an den DHV nicht steuerlich absetzbar sind und somit keine Großspender generiert werden) zu gründen, die sich einzig dem professionellen Lobbying und der Medienarbeit widmet. Betreiber von Head- und Growshops könnten dort spenden und damit ihre Steuerlast auf nahezu null reduzieren, wenn man nur steuerabzugsfähige Spendenquittungen ausstellen könnte.

Der Schlüssel zu erreichbaren und zeitnahen Erfolgen ist auf jeden Fall Geld. Daher muss ein Hauptaugenmerk von jedem ernsthaften Aktivisten, der an einer ergebnisorientierten Arbeit für die Legalisierung von Hanf und ein generelles Umdenken in der Drogenpolitik interessiert ist, auf der Akquise von Spendengeldern liegen. Dieses Denken ist in der deutschen Legalisierungsbewegung noch viel zu wenig angekommen.

Hier haben sich ja bislang ernsthaft Interessierte zusammen gefunden – wenn auch bislang zu wenige. Trotzdem hoffe ich, diese Umfrage – die als Dauerumfrage geplant ist, könnte langfristig einen Überblick eines möglichen Potenzials ergeben.

Wichtig ist, davon auszugehen dass die Spenden steuerlich absetzbar sind (also euer zu versteuerndes Einkommen um den gespendeten Betrag reduziert wird – nicht wie beim DHV, wo man von seiner Spende gar nichts hat und selbst dem DHV von der Spende noch 19% Umsatzsteuer abgezogen werden, da er eben eine Firma, und kein gemeinnütziger Verein, ist). In dem Modell das mir vorschwebt, gibt es natürlich Spendenquittungen die ihr steuerlich geltend machen könnt.

Eine Umfrage erhält ihre Relevanz aus der Zahl der Teilnehmer. Daher bitte ich euch darum, diese Umfrage auf Facebook zu teilen, oder auf euren Seiten zu verlinken. Beim Artikel zur Abstimmung zu Cannabis-Clubs im deutschen Bundestag, wurde mein Artikel allein von hier aus 322 Mal geteilt. Langfristig hoffe ich bei der Umfrage auf min. 1500 Teilnehmer. Ich hoffe, dass eine Laufzeit von 1 1/2 – 2 Monaten dafür ausreicht.

Bundestag: Debatte zu Cannabis-Clubs verschoben

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Im Artikel: „Bundestag stimmt über Cannabis-Clubs ab„, hatte ich einen Aufruf veröffentlicht, dem hier sehr viele gefolgt sind bzw. diesen über Facebook geteilt haben. Leider gibt es nun eine Änderung.

Frank Tempel, Drogenpolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke – Bild unter CC-Lizenz

Auf der Facebook-Seite von Maximilian Plenert, Bundesvorstand von akzept.ev / Deutscher Hanf Verband, gibt Frank Tempel, Drogenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Die Linke bekannt, dass die für den 29.11.2012 geplante Debatte und Abstimmung über die Zulassung von Cannabis-Clubs auf den 17.01.2013 verschoben wurde. Eine Begründung für die plötzliche Verschiebung konnte er leider nicht geben und verwies auf den Fraktionsvorstand.

Er versicherte jedoch, das Thema bis dahin auf der Tagesordnung zu halten.

Das ist vielleicht gar nicht so schlecht. So gibt es mehr Zeit, die Bundestagsabgeordneten aus den Wahlkreisen zu kontaktieren und ihnen die Argumente für eine Legalisierung näher zu bringen. Plenert äußerte jedoch seine Verstimmung über die Verschiebung, da die Ereignisse in Colorado und Washington momentan noch sehr aktuell seien, und diese am 29.11. sicher thematisiert worden wären. Im Januar ist das alles dann leider schon etwas länger her. Eine Begründung für die Verschiebung wäre daher wünschenswert.

Da der Termin 29.11.2012 ja allein von hier aus knapp 300 Mal über Facebook geteilt wurde, bitte ich auch darum diese Aktualisierung zu teilen.

Den Antrag der Fraktion Die Linke, kann man hier nachlesen.

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